DLR führt Standschwingungsversuch an Amphibienflugzeug Dornier Seastar durch

Ein Team von Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Göttingen hat das Flugboot Dornier Seastar mit einem sogenannten Standschwingungsversuch geprüft. Der Test ist Teil des Zulassungsverfahrens, das alle Flugzeuge durchlaufen müssen.

Die Versuche fanden im Auftrag der Dornier Seawings GmbH in Oberpfaffenhofen statt. Standschwingungsversuche sind ein Schlüsselelement des Versuchsprogramms für jedes neue Flugzeug zur Erlangung der zertifizierten Flugtauglichkeit. Die anhand der Standschwingungsversuche ermittelten experimentellen Versuchsdaten dienen sowohl der Anpassung und Verbesserung des mathematischen Strukturmodells des Flugzeugs, als auch der Vorhersage von Schwingungsamplituden im Betrieb bis hin zum Ausschluss von Flatterrisiken in der Flugcharakteristik. Wie eine Fahne im Wind schwingen auch Flugzeuge im Flug. Dabei dürfen kritische Bereiche nicht überschritten werden.

Die während des Versuchs aufgezeichneten Daten wurden sofort vom DLR-Testteam weiterverarbeitet, ausgewertet und dem Kunden nahezu in Echtzeit bereitgestellt, sodass dieser immer den vollen Überblick über den Fortschritt des Tests hatte und die Versuchsdaten unmittelbar mit dem Simulationsmodell vergleichen konnte.

„Bei der Dornier Seastar bestand eine Herausforderung darin, dass auf der Rumpfoberseite liegende Triebwerk mit sogenannten Schwingungserregern zu erreichen und mit diesen ausreichend in Schwingung zu versetzen“, sagt Versuchsleiter Julian Sinske vom DLR-Institut für Aeroelastik. Die Anregung der Triebwerke geschah mit Hilfe eines Krans und eines speziellen Gestells, mit dem der Schwingungserreger in Position gebracht wurde. Insgesamt 180 Sensoren maßen die Auswirkung der in Schwingung versetzten Bauteile des Flugboots. Daraus lassen sich Aussagen über das Flugverhalten treffen.

Die Göttinger Aeroelastik-Forscher sind internationale Experten auf dem Gebiet von Standschwingungsversuchen. So führten sie bereits die entsprechenden Tests am Airbus 350 oder dem Airbus Beluga XL durch.

Ein Video „Warum Flugzeuge elastisch sind“ sowie weitere Informationen zur Dornier Seastar finden Sie hier.

Quelle: Pressemitteilung, 19. Februar 2021, DLR Göttingen

 

 

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Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

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