Forschung & Entwicklung "Made in Germany" machen schnelle Fortschritte

Die Luftfahrtbranche in Deutschland macht bedeutende Fortschritte auf dem Weg zum klimaneutralen Fliegen. Dies wird auf dem 71. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress deutlich, der nach zwei Online-Kongressen nun wieder in Präsenz stattfindet, in Dresden – mit hohem Interesse.

„Forschung, Industrie und Bundesregierung haben ein gemeinsames Ziel: die klimaneutrale Luftfahrt mit Innovationen und Technologien ‚Made in Germany‘ weiter voranzutreiben“, so Dr. Sabine Klauke, BDLI-Vize-Präsidentin Luftfahrt. „Mit einem klimaneutralen Luftverkehr stellen wir sicher, dass auch in Zukunft breite Bevölkerungsschichten fliegen können. Deutschland und Europa liegen heute technologisch ganz vorn. Es liegen große Aufgaben vor uns. Das Ziel ist klar: Wir wollen, dass Europa zum Hub des klimaneutralen Fliegens wird! Dafür investieren wir jedes Jahr Milliarden.“

Um die Energiewende am Himmel und die Zukunftsfähigkeit dieser strategisch wichtigen Branche zu gewährleisten, hat die Bundesregierung u.a. das erfolgreiche Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) ins Leben gerufen. Mit dessen Rückenwind wurden bereits große Erfolge erzielt wie Beiträge zu Struktur, Bauweise und Flugsteuerung des modernsten Langstreckenflugzeugs der Welt, der A350.

Gleiches gilt für die Antriebe. Der Getriebefan hat den Bestseller A320 wesentlich effizienter gemacht. Mit dem UltraFan wird diese Technologie nun auf Langstreckenflugzeuge übertragen. Klauke betont: „Aus Visionen sind wegweisende Innovationen geworden. Damit wir unseren Vorsprung gerade im harten globalen Wettbewerb ausbauen können, bedarf es weiterer zielgerichteter, staatlicher Unterstützung für die Umsetzung der Klimaneutralität in der Luftfahrt. Dies bedeutet konkret neben Ausbau LuFo die Finanzierung und Umsetzung der nationalen Plattform für Wasserstoff in der Luftfahrt.“

„Aktuell stehen wir in der Luftfahrt vor großen Herausforderungen, um unserer Vision vom klimaneutralen Fliegen möglichst nahe zu kommen. Um die Ziele des European Green Deal zu erreichen, muss hierzu zunächst die Effizienz jetziger Flotten gesteigert und die Routenführung klimaoptimiert gestaltet werden“, betont Dr. Markus Fischer, Bereichsvorstand Luftfahrt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Mit der zukünftigen Einführung von nachhaltigen Treibstoffen im Zusammenspiel mit zukunftsweisenden Antrieben und darauf optimierten Strukturen beschreiten wir konsequent den Weg hin zu neuen Produkten und neuen Formen des Lufttransportes. Die Digitalisierung in der Luftfahrt ist ein wesentlicher Faktor, die Entwicklungsprozesse erheblich zu beschleunigen. Das DLR verfolgt dabei in seiner Arbeit mehr als nur einzelne Technologien. Flugzeug und Luftverkehr als Gesamtsystem stehen im Mittelpunkt unserer Luftfahrtforschung. Mit seinen Arbeiten sieht sich das DLR als Architekt und Integrator in der Luftfahrtforschung.“

Die Industrie schafft derzeit die Voraussetzungen für die Nutzung nachhaltiger Treibstoffe, “Sustainable Aviation Fuel” (SAF). Während weltweit bislang über 400.000 Flüge mit bis zu 50 %iger SAF-Betankung durchgeführt wurden, ist in 2021 die Zertifizierung für 100 %ige SAF-Nutzung gestartet worden. Dank dieser technologischen Durchbrüche und anstehender Zertifizierung werden Flugzeuge in wenigen Jahren vollständig mit nachhaltigem Treibstoff fliegen. Parallel zur Zertifizierung entstehen Produktionskapazitäten für SAF in Deutschland. Beispielsweise hat Airbus mit seinen Partnern im Juni die Green Fuels Hamburg Initiative bekannt gegeben. Bis zum Jahr 2026 wird eine Anlage in Betrieb gehen, in der klimaneutrale synthetische Flugzeugtreibstoffe hergestellt werden.

Neben synthetischen Treibstoffen wird Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Vor zwei Jahren hat Airbus seine Pläne für das weltweit erste Nullemissionsflugzeug vorgestellt. Bis 2035 soll ZEROe abheben – mit nachhaltigem Wasserstoff, ganz ohne Kohlenstoff. Derzeit wird eine A380 unter anderem in Deutschland für die notwendigen Tests mit Wasserstofftanks ausgerüstet – ein wichtiger Meilenstein hin zu ZEROe.

Quelle: Pressemitteilung BDLI, 27.09.2022

 

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Cornelia von Ammon
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